Nach 25 Jahren Verhandlungen wurde das Freihandelsabkommen zwischen der EU und den MERCOSUR-Staaten („Mercado Común del Sur - Gemeinsamer Markt Südamerikas“): Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay am 17.Jan.2026 unterzeichnet.
Das Abkommen muss noch vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) geprüft werden, die EU-Kommission beschloss das Inkrafttreten (Feb. 2026) trotz der juristischen Prüfung.
Wichtige Fakten:
- Wettbewerbsfähigkeit: Wirtschaftliche Vorteile durch den Abbau von Handelsbarrieren bei Exportgütern, freier Verkehr von Gütern, Dienstleistungen und Produktionsfaktoren zwischen den Mitgliedsstaaten – Zugang zu den Märkten – Wachstum, Innovation und Beschäftigung, Zugang zu Dienstleistungen und öffentlichen Ausschreibungen
- Beschleunigung der Zollabfertigung, Abbau von Zöllen auf Industrie- und Agrarprodukte, regulatorische Hürden bleiben – SPS-Vorschriften, technische Normen und Zertifizierungen gelten weiterhin
- Vorteile für den Maschinenbau, Chemie/Pharmazeutische - und Autoindustrie – Unabhängigkeit von anderen Märkten bei der Versorgung mit Rohstoffen (Bsp. China), neue Absatz- und Beschaffungsmärkte (kritische Rohstoffe - Lithium, Kupfer, Graphit)
- Impulse für Wachstum, Innovation und Beschäftigung – Investitionsstandort für erneuerbare Energien, Partnerschaftsabkommen als Zeichen für regelbasierte internationale Zusammenarbeit, Regeln und Verpflichtungen zu Warenursprung, Umwelt- und Sozialstandards (geschützte Herkunftsbezeichnungen)
Herr Seibert, was bedeutet das MERCOSUR Abkommen für SAMCON?
- Wir sind froh, bei der aktuellen Wirtschaftssituation, Partner zu haben mit denen wir verlässliche Freihandelsabkommen haben.
Der Ex-Bereich ist ein gesetzlich geregelter Bereich. Das ist nicht nur in der EU geregelt – ATEX-Richtlinien, bspw. auch in der russischen Zollunion oder auch in südamerikanischen Ländern, wie Brasilien, gibt es Zertifizierungspflichten – INMETRO-Zertifizierung. - Hier ist SAMCON bereits sehr gut aufgestellt. Für die ExCam Serie, als auch für die ConnectionRail Serie besitzt SAMCON die INMETRO Zertifizierung.
Welcher Markt ist potentiell für SAMCON interessant?
- Generell sind das die Märkte, die wir heute schon bedienen – Öl und Gas, aber auch grüner Wasserstoff, alle explosionsgefährdeten Einsatzbereiche, wo Überwachung erforderlich ist.
In Brasilien sind wir schon mit (halbstaatlichen) Firmen vernetzt, die auf unsere Produktpalette zugreifen. Dieser Handel wird nach dem MERCOSUR -Abkommen deutlich vereinfacht.
Wie kann man sich das vorstellen?
- Das MERCOSUR -Abkommen ermöglicht es uns, die SAMCON Gerätetechnik in Planungsaufgaben zu integrieren.
Passend zu unseren Kamerasystemen gibt es Anschlusssysteme: Kabel und Leitungen, LWL Kabel und LWL Spleißboxen zur Integration in bestehende Infrastrukturen. - Der zeitliche Aufwand, die technische Zertifizierung zu gewährleisten, die Regeln des Exportes zu managen – von der Planung bis zur Geräte- / Anlagenproduktion, wird zukünftig deutlich vereinfacht.
Interview mit Herrn Steffen Seibert, Geschäftsführer SAMCON Prozessleittechnik GmbH



